Was zuletzt geschah

Kaum bin ich mal für ein paar Monate in meinem japanischen Zen-Kloster untergetaucht, schon dreht die Welt am Rad. Wenn man sich nicht um alles selbst kümmert. Schauen wir mal:

Es sind auch weiterhin ganz viele neue Mitbewohner in dieses neuerdings Grenzen-lose Land gekommen. Zuerst hieß es, die überwiegend jungen Menschen seien in der Mehrzahl hochstudierte Akademiker. Also hauptsächlich Ärzte, Anwälte, Atomphysiker und Steuerberater. Sie würden der deutschen Wissenschaft, Medizin und Ingenieurskunst zu noch höherem Ansehen in der Welt verhelfen. Oder zumindest den deutschen Fachkräftemangel mildern. Und außerdem ganz nebenbei den Altersdurchschnitt unserer vergreisenden Gesellschaft heben.

Es dauerte nicht lange, bis andere Behauptungen im Internetz auftauchten. Demzufolge handelt es sich zu einem nicht unerheblichen Teil um sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge. Das sind Leute, die aus einer Gegend, wo es wenig Geld und Arbeit gibt, in eine andere Gegend umziehen möchten, wo es viel Geld und Arbeit gibt. Eines muss man nämlich wissen, wenn man diese ganze Sache betrachtet. Das wird jetzt viele Leser überraschen, aber es muss an dieser Stelle ganz klar gesagt werden: Der Wohlstand ist auf der Welt nicht gleichmäßig verteilt!! Man könnte es sogar folgendermaßen ausdrücken: Wir haben ALLES, und die anderen haben NICHTS.

Krass.

Haben wir uns unseren Reichtum durch irgend etwas verdient?

Nöh, eher nich.

Es hatte wohl mehr mit Glück zu tun, dass wir in Hamburg oder Gelsenkirchen geboren wurden und nicht in einem Zelt in der Sahara.

Der Stand der Dinge ist jetzt wie folgt:

Es gibt unter den Flüchtlingen einerseits Akademiker und gelernte Facharbeiter mit einem sympathisch wirkenden leicht südländischen Habitus.

Und es gibt andererseits ungelernte Kräfte, die leider irgendwie nordafrikanisch-arabisch-islamisch, also nach dem Empfinden besorgter Bürger … nun ja, eben Besorgnis erregend … und irgendwie bedrohlich aussehen.

Teile von Politik und Gesellschaft suchen nun Wege, die erste Gruppe als emsige Arbeitsbienen und Steuerzahler anzuwerben und die zweite Gruppe möglichst rasch wieder los zu werden. Es ist aber gar nicht so einfach wie man glaubt, aus jemandem der da ist, wieder jemanden zu machen, der nicht mehr da ist. Eine der Ideen besteht darin, sie in unbeteiligte Drittländer abzuschieben. Ich weiß nicht mehr, welcher kluge Politiker-Kopf diesen Vorschlag gemacht hat, aber das soll dann wohl so gehen:

Steinmeier: „Hallo? Hier ist der Steinmeier! Aus Deutschland! Wir hätten da 225.000 nordafrikanisch-arabisch-islamisch aussehende potenzielle Straftäter unbekannter Identität. Die sind so gefährlich, dass sie nicht einmal mehr Pässe besitzen. Können wir sie euch rüberschicken?“

Außenminister unbeteiligtes Drittland: „Klar, schickt sie einfach zu uns. Die nehmen wir gerne.“

Steinmeier: „Wir würden sogar die Reisekosten zahlen.“

Außenminister unbeteiligtes Drittland: „Klasse! Germany, we love you!“

Seit der legendären Kölner Silvesterparty ist neben unserer finanziellen Widerstandskraft und kulturellen Identität auch noch die Ehre der deutschen Frau bedroht. Und das geht nun wirklich nicht. Man darf schon jetzt gespannt sein, was im Sommer passieren wird, wenn Millionen Frauen unter 25 halb nackt durch die Fußgängerzonen laufen, wie in den vergangenen Sommern und dazwischen die jungen Nicht-Akademiker und Nicht-Facharbeiter nordafrikanisch-arabisch-islamischen Aussehens, die einen solchen Anblick erst mal verkraften müssen. Seit Köln wird ja wieder viel über sexuelle Belästigung geredet. Aber niemand scheint auf die Idee zu kommen, dass sich eventuell auch Männer durch ein bewusst provokantes weibliches Auftreten sexuell belästigt fühlen können. Ja, sogar europäische Männer. Das geht in der verlogenen Scheinheiligkeit der Mainstream-Genderei leider immer unter.

Uihhh … gefährliches Terrain. All diese Dinge darf man nicht mal denken. Das könnte doch glatt das feministische Dogma von der schwachen Frau als hilflosem Opfer des bösen Patriarchats in Frage stellen. Und das ist verboten. Deshalb tun wir es hier auch nicht.

Oder doch … wenigstens ein bisschen. Eine interessante These ging nämlich durch die Presse, dass nicht wenige der Missverständnisse zwischen nordafrikanischen Männern und europäischen Frauen darauf beruhen, dass es in Nordafrika einen blühenden weiblichen Sextourismus europäischer Frauen gibt. Weiblicher Sextourismus ist ein Boom-Markt in der Reisebranche und kann manchen Einheimischen schon mal zu Fehleinschätzungen verleiten. Aber das hat nicht direkt etwas mit Köln zu tun, denn dort waren ja auch viele professionelle Diebe unterwegs, die einfach nur Handys und Geldbörsen stehlen wollten und die sexuelle Belästigung lediglich als Ablenkungs-Trick vorschoben.

Jedenfalls ist die Republik zutiefst verunsichert und unsere Bundes-Angela wird sich so bald nicht mehr mit einem oberkörperfreien Mesut Özil in der einzig wahren und einzig offiziellen deutschen Mannschafts-Kabine blicken lassen. Multikulti finito. Derweil betreibt Seehofer in Ermangelung einer richtigen Opposition seine eigene Oppositionspartei innerhalb der Regierung und möchte die deutschen Grenzen durch aufrechte bayerische Beamte statt der angeblich überlasteten und unzuverlässigen Bundesbeamten sichern lassen. Dazwischen macht er seine eigene bayerische Außenpolitik, trifft Orban und Putin und will bestimmt bald seinen eigenen Staat. Free Bavaria. Warum nicht? Garantiert hätte niemand was dagegen einzuwenden.

Ein Asylpaket folgt dem nächsten und neben Marokko, Tunesien und anderen Ländern sollen selbst die USA zum sicheren Drittland erklärt werden. Obwohl die Wahrscheinlichkeit dort ohne Anlass erschossen zu werden, zumindest für Menschen dunkler Hautfarbe, höher liegen dürfte, als in der irakischen Wüste.

Demokratie? Die schaffen das ab!

So, schauen wir mal, welches Fettnäpfchen sich für diesen Beitrag noch anbietet.

Ach ja, richtig, apropos schießwütige Cowboys: Die AfD sieht den Schießbefehl an der Grenze im Gesetz verankert und liefert damit ein gefundenes Fressen für das Establishment, das solcherart Ungeschicklichkeit im Brustton rechtschaffener Empörung mit allerlei Verdrehungen versehen wiedergibt und gnadenlos für seine eigenen Zwecke instrumentalisiert. Es ist in Deutschland schließlich Konsens, dass jede neue aufstrebende Partei mit Boshaftigkeit und übler Nachrede bis aufs Blut bekämpft wird. Auf dass es für Deutschland und Europa niemals eine Alternative geben möge. Ich bin weit davon entfernt, die AfD verteidigen zu wollen, darum geht es mir gewiss nicht. Ich bin aber alt genug, mich zu erinnern, wie seinerzeit schon die aufstrebenden Grünen auf genau die gleiche Weise bekämpft und verleumdet wurden. Jede noch so kleine Dummheit und Missverständlichkeit wurde benutzt, um zu belegen, dass die Partei im besten Falle aus harmlosen Spinnern, wahrscheinlich aber aus Spionen Moskaus bestünde. Mit dem offiziellen Auftrag, eine Invasion der sowjetischen Truppen vorzubereiten. So scholl es damals von jeder Kanzel, aus jedem Bierzelt und aus jeder Leitkolumne. Grüne galten als verfassungsfeindlich, verantwortungslos und als Totengräber der Demokratie.

Von dieser Partei ließ man erst ab, als der größte Teil ihrer Wähler ein Häuschen auf der schwäbischen Alb oder auf dem Prenzlauer Berg, ein fettes Aktiendepot und ein Hybridauto besaß. Und systemtragender und konservativer geworden war, als die CSU.

Hier kam der gleiche Beißreflex zum Zuge wie seit eh und je, mit dem interessierte Kreise ihre Medienmacht spielen lassen und immer wieder gegen Parteien einsetzen, die wirkliche Veränderungen in der Gesellschaft bewirken wollen. Auch die Partei „Die Linke“ kann ein Lied davon singen, bzw. es wurde bereits von einem desorientiert wirkenden Biermann eins für sie gesungen. Und das sogar vor versammelter Bundestags-Mannschaft.

Man mag zwar sagen, dass im Falle der AfD der Zweck die Mittel heiligt, aber diese Argumentation erwies sich schon immer als gefährlich und zweischneidig. Auf solch glattem Untergrund könnte man sich nämlich allzu bald selbst wiederfinden, zusammen mit der politischen Alternative, die man favorisiert. Entweder wir geben gesellschaftlichen Gruppen ihre Chance, sich dem demokratischen Wettbewerb zu stellen oder nicht. Und dann muss man auch eine AfD ertragen können. Im Moment funktioniert das leider nur in der Theorie.

Die Propagandamaschine des Establishments mit ihren willfährigen Alpha-Journalisten ist jedenfalls aus meiner Sicht eine viel größere Bedrohung, als eine noch so sonderbare Partei es jemals sein könnte. Mit Zähnen und Klauen wird das in Stein gemeißelte Zwei-Parteien-System verteidigt. Wenn nichts mehr hilft, schustert man eine große Koalition zusammen um Kontinuität zu gewährleisten. Kontinuität heißt, dass immer die gleichen Leute mit der gleichen Geisteshaltung von vorgestern alles so machen, wie es schon vorgestern gemacht wurde. Und dann wird frech behauptet, diese chronifizierte Stagnation stelle eine Demokratie dar.

Was knirscht da oben im Gebälk so komisch?

Das ist ja fast so absurd wie zu behaupten, Leistung würde sich lohnen. Laut der aktuellen Oxfam-Studie besitzen die 62 reichsten Menschen der Welt genau so viel Eigentum, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Letztes Jahr waren es noch 85 reiche Menschen. Das Kapital konzentriert sich also immer stärker und mit unheimlicher Geschwindigkeit auf immer weniger Bewohner dieses Planeten. Auch die Gesamtanzahl der Millionäre ist rückläufig. Dazu folgt bald ein Interview mit einem der 62 Super-Reichen. Ja, genau, mein Kumpel aus dem Golf-Klub, der hier schon mal interviewt wurde.

In den USA feiert Bernie Sanders überraschende Erfolge im Wettstreit gegen Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der sogenannten „Demokraten“. Aber wahrscheinlich nur, weil die meisten Amerikaner ihn irrtümlicherweise für Colonel Sanders halten, den Gründer von Kentucky Fried Chicken. Uns soll es recht sein, denn er ist der einzige Kandidat egal ob von Demokraten und Republikanern, bei dem man nicht zwangsläufig die Vision einer unter Atompilzen verglühenden Erdkugel vor Augen hat, wenn man ihn sich im Weißen Haus vorstellt. Nun gut, Hillary Clinton wäre auch kaum bereit, vorsätzlich einen Atomkrieg auszulösen, aber die Betonung liegt auf vorsätzlich. Wie leicht sie den privaten Laptop mit dem dienstlichen verwechselt, wurde ja schon zur Genüge bekannt.

Apropos Atom: Nordkorea testet erfolgreich Atombomben und Langstreckenraketen. Eine Kombination, die viele nervös macht. Seltsamerweise nervöser, als das kurz vor der Erosion stehende belgische Kernkraftwerk Tihange in der Nähe von Aachen. Ein europäisches Fukushima scheint nur noch eine Frage der Zeit.

Dagegen befinden sich die internationalen Börsen bereits mitten im Crash. Die Aktie der Deutschen Bank beispielsweise verlor seit Jahresbeginn ca. 40% an Wert.

Genau. Nicht die Staatsbank von Absurdistan.

Sondern unsere, deutsche Deutsche Bank.

Die in Frankfurt.

Am Main.

In Hessen.

Man munkelt von einer Rückkehr der Finanzkrise, viel schlimmer als die vergangene im Jahr 2008. Dies hat mehrere Gründe. Erstens, der Weltkonjunkturlokomotive China geht langsam die Puste aus und auch die anderen BRIC-Staaten atmen nur noch ganz flach. Zweitens, der Markt für Staats- und Unternehmensanleihen, der etwa doppelt so groß, wie der Aktienmarkt ist, hat die möglicherweise größte Überhitzungs-Blase aller Zeiten ausgebildet. Drittens sind weltweit Banken durch Kreditausfälle in ihrer Existenz bedroht. Es handelt sich dabei vor allem um enorm hohe Kredite an die Frackingindustrie, welche aufgrund des historisch niedrigen Ölpreises vor dem Kollaps steht. Es war abzusehen, dass die Krise zurückkommt, schließlich waren alle zwischenzeitlichen Maßnahmen bestenfalls dazu geeignet, den großen Knall hinauszuschieben. Die Notenbanken haben für sehr viel Geld ein wenig Zeit eingekauft. Von Genesung spricht schon lange keiner mehr.

Fazit

Die Welt ist in den letzten Monaten wieder ein Stück verrückter geworden. Seien wir ehrlich. Wir befinden auf unserer letzten großen Fahrt. Und was tut man auf einem sinkenden Schiff? Hält man sich ganz doll an der Reling fest? Schließt man sich in seiner Kabine ein und macht die Augen zu?

Nee’ Leute. Raus hier. In die Boote. Draußen ist viel Platz. Diesem System noch Energie geben? Wohl kaum. Im Moment spricht einfach sehr viel dafür, dass es da nichts mehr zu reparieren gibt. Und das ist eigentlich eine gute Nachricht. Denn erst wenn nichts mehr geht, werden die Alternativen alternativlos.