Hitzewelle: Immer mehr Unfälle durch explodierende Melonen

Brisbane 20.07.2016 ‒ Vor wenigen Tagen schien die Welt im australischen Fischerdörfchen Bangville, unweit von Brisbane, noch in bester Ordnung. Bis in der Nacht zum 17. Juli, kurz nach Mitternacht eine gewaltige Explosion das zweistöckige Haus der Familie Darcy erschütterte.

Den rasch herbeieilenden Rettungskräften bot sich ein Bild der Verwüstung. Eine Wendeltreppe, die die beiden Stockwerke des Einfamilienhauses verband, hing lose in ihren Angeln, sämtliche Fenster des Hauses waren durch die Druckwelle der Detonation zu Bruch gegangen und große Teile des Mobiliars völlig zerstört. Verletzt wurde niemand, da die Familienmitglieder sich zum Zeitpunkt des Unglücks gerade beim Compdancing (australischer Tanzwettbewerb) in einem Nachbarort aufhielten.

Die kurze Zeit später eintreffenden Sprengstoffexperten kamen dem Auslöser des Unglücks schnell auf die Spur: Wie schon bei ähnlichen Vorkommnissen in London, Barcelona und Vancouver, war eine detonierende Melone die Ursache der Zerstörung.

Der international bekannte Melonoge Dr. Daniel Bowler hatte bereits im Zusammenhang mit der Explosionsserie im April dieses Jahres darauf hingewiesen, dass Melonen immer an kühlen, schattigen Plätzen und niemals in Fensternähe aufbewahrt werden sollten.

Dr. Bowler: „Melonen enthalten sehr viele Melonine, die sich in Verbindung mit Zucker und Sonneneinstrahlung rasch zu einem explosiven Gemisch verdichten. Durch die relativ harte und dicke Schale der Melone staut sich im Inneren über Tage hinweg ein erheblicher Druck an, bis es schließlich zur Explosion kommt. Besonders Honigmelonen können durch ihren hohen Zuckergehalt eine enorme Sprengkraft entfalten, außerdem stellen die zahlreichen umherfliegenden Kerne eine zusätzliche Bedrohung für Mensch und Tier dar.“

Der Experte empfiehlt, im Haushalt aufbewahrte Melonen genau zu beobachten. Sollten sich an einzelnen Stellen Ausbuchtungen bilden oder die Melone in der Nacht Geräusche von sich geben oder den Standort wechseln, sei erhöhte Vorsicht geboten. „Melonen scheinen auf den ersten Blick eine runde Sache zu sein,“ so der Experte, „im Falle einer Explosion können sie jedoch rasch ihre Form ändern“.

Inzwischen zieht die Diskussion um die Unbedenklichkeit der Schalenfrüchte auch international Kreise, seit bekannt wurde, dass der Iran sein umstrittenes Atomprogramm gestoppt und weite Teile des Landes mit Melonenstauden bepflanzt hat. Diese dienten jedoch ausschließlich zivilen Zwecken, ließ das iranische Verteidigungsministerium verlauten.